Kölner Polizei warnt: Neue Betrugsmasche an Geldautomaten

Man ist viel gewohnt, aber diese Dreistigkeit ist wohl kaum zu überbieten. Mit dieser dreisten und widerlichen Masche werden jetzt Menschen in NRW am Geldautomaten abgezockt.

Man ist viel gewohnt, aber diese Dreistigkeit ist wohl kaum zu überbieten. Mit dieser dreisten und widerlichen Masche werden jetzt Menschen in NRW am Geldautomaten abgezockt.

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Kölner Polizei warnt: Neue Betrugsmasche an Geldautomaten

Man kennt schon einiges, aber das ist neu. Es hat in den letzten vier Wochen mehrere Raubüberfälle gegeben, bei denen die Täter mit der neuen Masche das Geld erbeuten, welches gerade am Automaten gezogen wurde.

Die Opfer werden am Geldautomaten von den Tätern bespuckt oder mit bespuckten Fingern angefasst und dann bedrängt. Den Moment des Ekels und der Unachtsamkeit nutzen die Täter, um an das soeben am Automaten gezogene Geld zu kommen. Die Kölner Polizei geht davon aus, dass die Gruppe tageweise nach Köln einreist. Eine Tatverdächtige sitzt inzwischen laut Pressemeldungen in Untersuchungshaft.

So dreist gehen die Räuber vor

Am Nachmittag des 12. März 2018 ereignete sich eine der typischen Taten der neuen Masxche in der Kölner Innenstadt. Gegen 15.10 Uhr wollte ein 47-jähriger Mann an einem Bankomaten in der Gürzenichstraße Bargeld am Automaten abheben, als sofort nach Eingabe des PIN Codes ein Pärchen an ihn herantrat. Die Frau hielt dem Mann eine Tageszeitung vor das Gesicht und bettelte gestikulierend um Geld für Essen. In diesem Moment tippte der männlicher Begleiter einen Geldbetrag in den Automaten. Als der Kölner lautstark um Hilfe rief, spuckte ihn die Frau an.

Er hatte Glück, denn er griff noch geistesgegenwärtig nach Karte sowie Geld. Danach nahm er die Verfolgung des Täter Paares auf – leider erfolglos.

Beschreibung des Täterpaares

Die Kölner Polizei beschreibt die Täter wie folgt:

  • Herkunft wahrscheinlich südosteuropäisch
  • Alter 15-25 Jahre
  • 1,60 Meter groß
  • Beide schwarzhaarig, die Frau trägt zum Zopf zusammengebundene Haare

Hinweise bitte an die Polizei Köln

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 14 unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen. Kommentare hier sind gerne gesehen, aber wichtige Hinweise immer nur an die Polizei direkt.

Vorfälle häufen sich

Seit Mitte Februar kam es zu ähnlichen Vorfällen am Neumarkt, Rudolfplatz, Wiener Platz, am Hauptbahnhof, in den Stadtteilen Buchforst und Sülz. Es ist davon auszugehen, dass die Masche genutzt wird, denn durch den Ekel-Moment ist das Opfer vollkommen abgelenkt und hilflos.

Die Gruppe scheint tageweise einzureisen, denn nach einigen Tagen an Ruhe kommt es zu mehreren Vorfällen an einem Tag in ähnlicher Form.

Die Täter bedrängten ihre potenziellen Opfer an Geldautomaten durch das Vorhalten von Zetteln oder Zeitungen, bespucken die Geschädigten oder fassen sie mit bespuckten Fingern an. In manchen Fällen schlugen oder traten sie auch ihre Opfer, sodass sich diese vom Geldautomaten abwendeten. Diesen Moment der Reaktionsunfähigkeit bzw. Unaufmerksamkeit nutzen die Täter zur Eingabe von Geldbeträgen, die sie dann abgehoben haben und mit denen sie flohen.

Erster Fahndungserfolg

Am 21. Februar wurde eine Tatverdächtige am Wiener Platz festgenommen werden, sie befindet sich in Untersuchungshaft. Weiteres ist hierzu noch nicht bekannt.

Der Raub wird kaum bemerkt

Die Opfer bemerken den ausgeklügelten Raub zunächst nicht und erstatten erst nach Durchsicht der Kontoauszüge Anzeige. Daher ist aktuell größte Vorsicht geboten und umgehende Kontrolle nach irgendeiner Art von Zwischenfall.

Am Besten geht man nicht mehr ohne Begleitung zum Geldautomaten, denn solche Erfahrungen möchte niemand machen. Daher sollte man gerade ältere Menschen nicht alleine lassen, wenn sie außerhalb der Geschäftszeiten an Automaten Geld abheben.

Warn-Hinweise der Polizei:

  • Achten Sie auf verdächtige Personen im Umfeld des Geldautomaten!
  • Die Täter betteln scheinbar um Geld, versuchen, das Display mit einer Zeitung oder Ähnlichem abzudecken und veranlassen unbemerkt die Auszahlung einer hohen Geldsumme!
  • Die Täter versuchen, Sie durch Anspucken, eine fingierte Schlägerei oder einen vorgetäuschten Ohnmachtsanfall vom Automaten wegzulocken!
  • Drücken Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Abbruch-Taste und nehmen Sie die EC-Karte an sich. Achten Sie im Anschluss darauf, ob Geld ausgezahlt wird!
  • Machen Sie laut auf sich und die Situation aufmerksam. Bitten Sie konkret Passanten um Hilfe!
  • Ganz wichtig: Rufen Sie sofort die Polizei, auch wenn Sie einen Raub oder Diebstahl verhindern konnten!
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