Wenn der Streit um das Sorgerecht gewaltsam wird

Ein Polizist in Aachen wurde bei einem Sorgerechtsstreit verletzt. Wenn es körperlich und gewaltsam wird, so dass die Polizei gerufen wird, dann sind viele Grenzen überschritten.

Ein Polizist in Aachen wurde bei einem Sorgerechtsstreit verletzt. Wenn es körperlich und gewaltsam wird, so dass die Polizei gerufen wird, dann sind viele Grenzen überschritten.

sorgerechtsstreit aachen


Wenn der Streit um das Sorgerecht gewaltsam wird

Die Polizei Aachen berichtet in ihren Pressemitteilungen, dass gestern Abend von einem Polizeieinsatz wegen eines Sorgerechtsstreits. Dabei wurde ein Polizeibeamter verletzt, der den 39jährigen Kindsvater mitnehmen wollte. Die von der Mutter des Kindes gerufenen Beamten versuchten ihn vorher zu beruhigen. Als dies nicht fruchtete, hob er drohend die Hände. Danach wurde er in Handfesseln gelegt und verletzte dabei einen der Polizisten, so dass dieser ambulant behandelt werden musste. Der Mann wurde dem polizeilichen Gewahrsam zugeführt. Das Kind blieb bei der Mutter.

Wie kommt es zu körperlichen Übergriffen?

Wir bagatellisieren körperliche Übergriffe zu sehr. Früher wurden Kinder in der Schule und Zuhause oft streng körperlich gezüchtigt. Heute noch ist es so, dass wir sehr schnell dabei sind, dass wir Gewalt – seelisch oder körperlich – bagatellisieren. Aus dem Schubser wird die Ohrfeige – nach und nach steigern sich die Gewalttaten. Dann kommt es zu den blauen Augen und Quetschungen, Stauchungen und zu immer mehr. Aus der Unsicherheit wird Angst und Anzeige wird oft nicht erstattet. Man beginnt, die Gewalt zu ertragen, zieht sich zurück, lernt zu erdulden, was geschieht und wartet darauf, dass die Kinder erwachsen sind. Was aber – wenn es vorher einmal zu sehr eskaliert?

Was wenn die Gewalt immer mehr wird?

Wir sind es gewohnt, immer mehr zu ertragen und alles aushalten zu wollen. Um des lieben Friedens willen ertragen wir immer mehr. „Wenn das noch  einmal geschieht, dann …“ hört man zu oft. Es geschieht nichts. Warum nicht? Weil man keine Lust hat, sich den Dingen zu stellen. Wir stellen uns viele Fragen, die keinen Sinn machen, wie beispielsweise:

  • Wann wird er wieder wie früher?
  • Wie wäre ein neuer Partner? Vielleicht noch schlimmer?
  • Was kann ich tun, damit er aufhört?
  • Wie geht es dann weiter?
  • Wie schaffe ich eine Trennung finanziell?
  • Was wird aus den Kindern?

Wie geht es im Fall einer Trennung weiter?

Das ist wirklich nicht die wichtige erste Frage, sagt Autor, Paartherapeut und Coach Arno Ostländer. Es geht nicht darum, dass wir schon sofort den Entschluss fassen, uns zu trennen. Es geht zuerst einmal darum, dass wir uns bewusst machen, nicht alles aushalten zu müssen. Wir haben keine Verpflichtung, Schläge, Beleidigungen und Herabsetzungen zu ertragen. Zu viel ist zu viel – Beratung hilft. Man kann sich Hilfe holen und sich einfach einmal informieren lassen. Danach darf man dann über Schritte nachdenken. Erst informieren und beraten, dann Entscheidungen treffen. Ertragen geht irgendwann nicht mehr und darf nicht zu lange geschehen.

Print Friendly, PDF & Email
Veröffentlicht am Kategorien Polizei Meldungen

Über Arno Ostlaender

Hallo, mein Name ist Arno, Arno Ostländer. Nach zwanzig Jahren als Vertriebler, Vertriebstrainer und Moderator habe ich vor einigen Jahren erkann, was mir wichtiger ist. Seither habe ich zahlreiche Bücher geschrieben, schreibe für Zeitungen, Magazine, Blogs und begleite Menschen auf dem Weg zu einem freien und glücklichen Leben. Mehr auf meiner persönlichen Homepage arno-ostlaender.com

2 Gedanken zu „Wenn der Streit um das Sorgerecht gewaltsam wird

  1. Pingback: Wann hilft eine Paartherapie? > Yoga Hypnose Psychologische Beratung Meditation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.